Dienstag, 4. September 2007

Roadtrip nach Coromandel

Kia Ora,

so genau heute vor 2 Monaten, also am 4.Juli bin ich abgedampft aus Deutschland. Mensch Leute, die Zeit die rennt hier wie im Flug. Das ist der Wahnsinn!
Yeah und da diese knapp bemessene Zeit auch genutzt werden muss, habe ich in Woche 8 wieder einiges erlebt..

Wie jetzt jede Woche eigentlich, standen mal wieder diverse Gruppentreffen für die Uni an. Zudem habe ich das Experiment "Hairdresser" gewagt und ich denke das Ergebnis kann sich ganz gut sehen lassen! Hatte doch schon bissi bammel davor, mich in diesen Laden zu setzen und nicht DEN Friseur meines Vertrauens an mein Haupthaar zu lassen. Ganz abgesehen von der Sprachbarriere. Aber dank LEO Dictionary, "der" mir dann doch einige fachspezifische Begriffe ausgespuckt hat, und der jungen Damen, die ihren Job wirklich gut gemacht habt, sehe ich dann jetzt doch ganz passabel aus.
Aber eigentlich stand die Woche ganz im Zeichen des Wochenenden, denn der nächste Roadtrip stand vor der Tür und so hieß es für klein Babsi am Freitag abend um 17 Uhr ab den Van von Clemens und mit 6 netten Herrschaften Richtung Coromandel abdüsen.
Coromandel ist eine Halbinsel, die ca. 4 Stunden Autofahrt von Auckland entfernt liegt und in den Südpazifik hinausragt.
Aber zurück zur Autofahrt, denn die hatte es schon gewaltig in sich. Da wir ja alle arme Studenten sind und die Neuseeländer eh in jeder Hinsicht bissi lockerer drauf sind, besetzten wir das Auto von Clemens, anstatt mit 3 Leuten mit 5. Also Clemens sowie Shawn (Ami) und Chris durften sich auf der hundsgewöhnlichen 3-er Sitzbank im vorderen Vanbereich niederlassen. David (Schwede) und ich hatten das Privileg auf dem doch sehr komfortablen Bettchen im hinteren Bereich des Vans zu sitzen bzw. zu liegen. So ließ es sich doch wirklich aushalten.
Alles klappte wunderbar und als der Van dann vollgetankt und auch, nach 15-minütiger Suche, der Wasserbehälter für die Spritzanlage des Fahrzeugs gefunden wurde, gings vorbei an Auckland ins traumhafte Hinterland Neuseelands. Die verpasste Ausfahrt Richtung Coromandel machte auch nichts, es wurde sich halt gedreht und weitergefahren. Jedoch gab das kleine Autochen plötzlich komische Geräusche von sich und der Motor häulte fürchterlich auf. Das Auto fuhr und unser Fahrer konnte nicht mehr allzu viel machen. Seine erste Reaktion war eigentlich eine gute; er drehte den Schüssel und brachte das Fahrzeug zum Stillstand. Wir rollten also an den Strassenrand und Clemens überprüfte was denn mit seinem Auto los ist. Max und Sebastian, die uns mit einem zweiten Van begleiteten, stoppten ihr Fahrzeug unmittelbar vor unserem Auto. Clemens stieg also aus und überprüfte die Pedale. Ja und da war der Fehler. Eine Schraube die zu weit vorstand hatte das Gaspedal zum einklemmen gebracht und so fuhren wir quasi im 2. Gang mit Vollgas. Alle waren mit dieser Pedalproblematik beschäftigt und niemand von uns bemerkte, dass wir inmitten einer Kurve standen. So beachtete auch niemand den von hinten anrollenden Lastwagen. Oh mein Gott, jeder von uns sechsen japste kurz auf als der hupenden LKW, nur durch einge Zentiemter getrennt, an unserem Van vorbei schoss und das ganze Fahrzeug zum wancken barchte. Nachdem dann alle mal kurz durcheinander irgendwelche Laute von sich gegeben hatte und jeder mal tief durchgeamte hatte, war wieder alles im Lot und es ging weiter auf unserer Fahrt. Die Stimmung war wieder in lustiges Gelächter gewechselt, denn jedes mal beim starten der Fahrzeuge amüsierten wir uns über die riesen weise Rauchwolke die der kleine Van von Sebastian von sich gab. Wir hatten also nicht zu befürchten, dass wir die zwei verlieren würden; der Qualm verriet ihren Weg einge hundert Meter weit. Als wir dann beim nächsten Halt auch noch feststellten, dass die komplette Engine unseres "Sportpac" Vans, auch ohne Schlüssel, der war nämlich aus unerklärlichen Gründen aus dem Zündschloss gefallen und lag auf dem Fußboden, funktionierte, hielten wir ja gar nichts mehr aus. Nach 10-mintügen Lachkrämpfen aller Beteiligten konnte die Fahrt dann auch endlich mal weiter geführt werden und so standen wir, nach kurzem Stop an einem Aussichtspunkt, wo der abendliche Mond sich in seiner vollen Pracht im Meer spiegelte, gegen 10 vor dem Backpacker. Hier trafen wir dann erst mal noch andere Studenten der AUT. Ne, auch hier ist die Welt klein. Zufällig hatte der männliche Part dieser Truppe auch noch Geburtstag und nachdem wir dann ein kurzes Ständchen vom Besten gaben, bekamen wir sogar auch noch ein Stück Kuchen. Mmmh, lecker wars! Jaa und dann gings es auch noch runter zum Strand, denn diese herrliche Anblick des Mondes und das klare Wetter musste ausgenutzt werden. So wurden hier einige Fotos geschossen und einfach einige Minuten in Ruhe aufs dunkle Meer geblickt. Dabei wurde natürlich an alle Liebe daheim gedacht! :)
Am nächsten Morgen trudelte dann noch ein weiterer Van mit einer Truppe von 6 Leuten ein und wir machten uns gemeinsam auf den Weg zur herrliche Cathedral Cove. Der liebe Gott hatte es gut mit uns gemeint, die Sonne strahlte vom Himmel und nach 45 Minuten Fußmarsch erreichte wir den riesigen Kalksteinbogen in dieser wunderschönen Bucht. Hier ließ es sich aushalten. Schaut euch die Bilder an, die erzählen eigentlich alles. :)
Aber natürlich ging es auch wieder die 45 Minuten Fußmarsch zurück und diesmal Berg auf und somit brauchten wir alle dringend Entspannung. Also schwangen wir uns unsere 3 Vans und düsten in Richtung des Hot Water Beach. Oh ja, hier gings es heiß her. Thermalquellen, die unter dem Sand brodeln ermöglichen es, in der Zeit des Niedrigwassers, sich seinen eigenen "Whirlpool" zu buddeln. Es ist nicht zu empfehlen, in die Löcher zu steigen, die wirklich brodeln, aber durch geschickte Kanalsysteme oder einfach dadurch das man sein Loch näher am Pazifik und somit näher am kalten Wasser buddelt erreicht man eine angenehme Temperatur.
Ja und in diesem herrlichen warmen Pool, mit vielen lustigen Leuten und nem kühlen Bier in der Hand verweilten ich dann auch mal gut 1 1/2 Stunden am Strand. Mitten im Winter. Und da man in diesem Loch doch tatsächlich dann auch zum schwitzen kommt und der Kreislauf auch mal auf Hochtouren gebracht werden sollte, ließ ich mir den Sprung in den kühlen Pazifik natürlich nicht entgehen. Und so war ich dann für diese Jahr auch zum 1. Mal richtig im Meer schwimmen. Schön wars und schweinekalt! *g*
Zurück im Backpacker wurde dann erst mal für die ganze Truppe gekocht und wir verbrachten einen lustigen Abend in einer gemütlichen Runde. Als wir dann "Bruder Jakob" im Kanon und in vier verschiedenen Sprachen gesungen hatten, wussten wohl auch die restlichen Besucher des Backpapers das in dieser Runde nicht nur Wasser getunken wurde. Nach einem kurzem Abstecher zum Strand mit gemütlichen Lagerfeuer gings dann spät am Abend ins Bettchen.
Cathedrale Cove & Hot Water Beach

Am nächsten Tag hatten wir dann einiges vor. Nachdem wir zu einem, von der Backpacker-Oma empfohlen, Aussichtspunkt gewandert waren und eine herrliche Aussicht genossen hatten, wollten wir über den Opoutere Beach nach Coromandel Stadt und von da entlang an der Westküste der Halbinsel nach Hause düsen und bei gemütlichen Picknick den Sonnenuntergang geniessen. Also auf gings. David und ich machten es uns mal wieder auf unseren Sitz- bzw. Liegeplätze recht gemütlich und so ließen wir uns von Clemens durch die atemberaubende Landschaft chauffieren. Auch diesmal spielte das Wetter mit. Wir erreichten nach einer schaukeligen Fahrt über die Schotterstrasse (die nicht besser ausgebaut war als der Steinweg hinter unserm Haus in der Eifel) den Opoutere Beach. Es war wunderschön und die Muscheln die dort im Sand lagen, erinnerten mich doch sehr stark an mein Puppengeschirr aus Kindertagen. Na, aber egal..weiter im Text! ;)
Bis Coromandel sind wir leider nicht mehr gekommen. 20 km vor der Stadt schellte Clemens´ Handy und Shannon aus dem anderen Van teilte uns mit, dass ihre Kumplung leider den Geist aufgegen hatte. So wendeten wir und fuhren zu der anderen Gruppe zurück. Da standen wir, mitten in der Walachei mit einem kaputten Van und warteten auf den Abschleppdienst. Als dieser kam wurden erst mal alle Insassen des geschädigten Fahrzeugs auf die anderen 2 Vans verteilt und so schien es, als wäre wir ein Transport für illegale Einwanderer. Jeder Van war vollgestopft mit 8 Personen und ich teilte meine gemütliches Liegeplätzchen jetzt noch mit Withney. Aber das änderete nichts an der fröhlichen Stimmung. Leider war es inzwischen dunkel geworden und somit wurde nichts mehr aus dem Sonnenuntergang. Nach kurzem Dinner in Coromandel Stadt gings dann im Dunkeln die Küstenstraße, die im Hellen sicherlich wunderschön gewesen wäre, nach Hause. Aber eigentlich haben wir drei ,auf unseren nicht ganz so billigen Plätzen, gar nicht mehr viel von der Fahrt mitbekommen. Nach dem Essen lässt es sich ja bekanntlich wunderbar schlafen und so schnarchten wir drei, heitere 3 Stunden Heimfahr,t vor uns hin und wachten erst wieder auf als wir in unsere gute alte Mountstreet einbogen!
Coromandel


Ach Gott, dass war ja wieder ein Roman. Ich könnte Geschichtenerzähler werden. ;) Ja, so war mein Wochenende. Sehr spassig mit Höhen und Tiefen und einer gewaltige Naturlandschaft!
Nächste Woche Dienstag gehts ab auf die Fiji´s! Hoffe vorher noch mal ein paar Worte hier los zu werden!

Sende mal wieder die liebsten Grüße vom anderen Ende!
Eure Bäbz

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